Im Sommer haben alle unter der Hitze gestöhnt, nun ist es eher die Kälte, die deutschen Arbeitnehmern zu schaffen macht. Oder noch nicht einmal das, sondern oft einfach die Diskussionen um "zu heiß oder zu kalt" und "Fenster zu oder Fenster auf". Was aber braucht ein gutes Betriebsklima?
Das Unternehmen XY muss sich doch sehr wundern. Nach dem Wechsel zu einem neuen virtuellen Telefonanbieter wird im Büro der Service der Seite www.nfon.net ausgiebig und vor allem hitzig diskutiert. Rufnummernspeicher und Verbindungsdaten, Wiederwahl und Anrufspeicher, alles Dinge die den Mitarbeitern das Leben erleichtern sollen, werden nun kritisch diskutiert. Dabei ist der Datenschutz im Büro schon lange geklärt und in Absprache mit dem gesamten Kollegenstab wurden gemeinsam Richtlinien erarbeitet. Bisher hat das gut funktioniert. Doch als der Personalchef ins betreffende Büro geht und dort mitreden will, merkt er, wie ihm nach wenigen Minuten der Schweiß ausbricht, die Atemwege austrocknen und er von einer unerklärlichen Reizbarkeit befallen wird. Schließlich bemerkt er die Ursache: Die Heizung ist kaputt und hat den Raum sowie die Stimmung im Büro, völlig überhitzt.
Solche Folgen kann es haben, wenn die Heizung nicht ordentlich funktioniert oder eingestellt ist. Zu hohe Temperaturen machen reizbar und unkonzentriert, Bakterien vermehren sich schneller und die trockene Luft reizt die Atemwege zusätzlich. Das ständige Öffnen und wieder Schließen der Fenster kann nur bedingt helfen. Die meisten reagieren dann empfindlich auf die starken Temperaturschwankungen, frieren oder sind einfach von der kalten Zugluft schneller erkältet. Um das Klima in den Räumlichkeiten eines Unternehmens zu verbessern, sollte man so etwas wie einen Heizungsbeauftragten anstellen.
Der eine kümmert sich um das Telefon, ein anderer eben um die Heizung. Die Heizkörper sollten auf eine mittlere Temperatur gestellt werden und jeden Abend wieder herunter geregelt werden, um überflüssige Kosten und Energie zu sparen. Gelüftet werden sollte in regelmäßigen Abständen, aber nicht zu lange, damit die Räume nicht völlig auskühlen und das Thermostat der Heizkörper nicht durcheinander gebracht wird. Wenn die Luft viel zu trocken ist, trotz Lüften und vorsichtig eingestellter Heizstufe, können Gefäße mit Wasser, die im Raum aufgestellt werden, Abhilfe schaffen. Doch Vorsicht: Das Wasser regelmäßig wechseln und auffüllen, sonst werden die Gefäße zu Brutstätten für Bakterien. Direkt an die Heizung gehängte Behältnisse, besonders solche aus Plastik, sind daher ungeeignet. Vor allem sollten sich die Mitarbeiter in einem Büro möglichst einig werden, was ihre Temperaturvorlieben angeht. Wo allerdings Frischluftfanatiker auf Frostbeule trifft, wird es wohl immer Uneinigkeiten geben.