Gas- oder Holzkohle Grills?

Es ist fast schon eine prinzipielle Frage epochalen Ausmaßes, und schwankt irgendwo zwischen Existentialismus und Religion: klassischer Holzkohlegrill, oder doch lieber die moderne Gasvariante?

Deutschland ist Grillnation Nummer 1 in Europa. Daher ist es kaum verwunderlich, dass gerade beim Thema Grillen häufig Welten aufeinander prallen. Während die Anhängerschaft moderner Grillmethoden stetig zunimmt beharren andere darauf, dass nur das klassische Grillen über offenem Feuer wahre Grillkunst sei. Und wo sich die Geister scheiden, da müssen die Fakten sprechen.

Argumente im Kampf von Tradition versus Moderne

So unterschiedlich die Methoden traditioneller und zeitgenössischer Grillvarianten sind, so unterschiedlich sind auch die Argumentationen für und wider: Das Pro für den Holzkohlegrill fällt in der Regel emotionaler aus, während pro Gasgrill vorzugsweise sachliche Argumente erfährt. Das ist nicht ungewöhnlich, und liegt schlicht weg an der Mentalität des Grillmeisters, die auch ausschlaggebend ist für die Wahl des eigenen Grills und dessen Technik. Der typische Holzkohlegriller verbindet mit dem Grillen oft in erster Linie Kindheitserinnerungen, gekoppelt an Gerüche und Geschmäcker, während der moderne Gasgriller vermutlich auch andere hochmoderne Geräte rund um Küche und Kochen sein Eignen nennen dürfte, und als erstes mit Power und Effizient argumentiert, neben dem Aspekt, dass der Gasgrill "gesünder" sei. Der Grillmeister an der offenen Flamme hingegen empfindet eine Verbundenheit mit der Vergangenheit - man könnte ihn fast schon als Nostalgiker bezeichnen. Bei ihm steht der Akt des Grillens selbst im Vordergrund, und was er damit verbindet.

Tatsächliche Vor- und Nachteile von Gas und Holzkohle

Ein Aspekt der sich hartnäckig hält ist, dass das Grillen über offener Flamme grundsätzlich gesundheitsschädlich sein soll, da beim Herabtropfen von Fetten in die Glut Benzole entstehen, die als krebserregend gelten. Eine absolute Wahrheit stellt die allerdings nicht dar, denn zum Einen gibt es widersprüchliche Angaben über die Konzentration dieser schädlichen Stoffe, und damit auch darüber wie schädlich diese tatsächlich sein könnten. Zum Anderen lässt sich dieser Effekt durch die Verwendung von bspw. Aluschalen für das Grillgut sehr effektiv und einfach abstellen, ohne dabei den typischen Rauchgeschmack am Fleisch zu vernachlässigen. Letzterer ist es auch, der als größtes Argument für den Holzkohlegrill gilt, denn tatsächlich: Wo keine Verbrennung von Holz oder Kohle stattfindet kann auch kein typisches Raucharoma an das Fleisch gelangen. Die Stärken des Gasgrills liegen wo anders, nämlich bei der Einsatzbereitschaft. Während Kohlegrills eine lange und mühevolle Vorbereitung und Aufheizphase benötigen steht der Gasgrill bei Bedarf jederzeit und nahezu sofort zur Verfügung. Damit steht auch spontanen Grillsessions nichts im Wege. Ein weiterer Vorteil ist die deutlich eingeschränkte Rauchentwicklung, die besonders in Städten häufig dafür sorgt, dass der Kohlegrill aus Balkonen, Hinterhöfen und Grünflächen verschwindet, und durch alternative Methoden wie Gas und Strom ersetzt wird. Darüber hinaus sind professionelle Gasgrills häufig in Kombination mit einem Smoker erhältlich - ein Barbeque-Luxus den man beim Traditionsgrill nur äußerst selten findet.

Tatsächlich liegen qualitativ im Endergebnis keine Welten zwischen beiden Varianten, denn wer weiß wie man grillt, der produziert mit beiden Methoden gute Ergebnisse. Es ist eher eine Einstellungssache, ob wir uns für Kohle oder Gas entscheiden, neben der Kostenfrage, denn der Kohlegrill ist in der Regel um ein Vielfaches günstiger in der Anschaffung.