Fussbodenheizung

Warum bekommt man im Badezimmer trotz aufgedrehter Heizung kalte Füße? Gute Frage. Die Antwort liegt in den spezifischen Materialeigenschaften der Fliesen. Denn auch wenn die Fliesen tatsächlich gar keine geringere Temperatur, als der Raum haben, so leiten sie Wärme doch stärker ab, als ein Holzfußboden oder Teppich. Deshalb hat man selbst mit einer guten Zentralheizung das Gefühl, die Fußbodenfliesen wären eher kalt. Gerade jetzt im Winter, wenn man in der Dunkelheit des Morgens und noch völlig schlaftrunken ins Badezimmer stapft, ist es aber besonders angenehm, wenn es kuschlig warm ist und man auch Barfuß vor dem Spiegel stehen kann. Für warme Füße sorgt hier ganz sicher eine Fußbodenheizung, denn so kommt die Wärme direkt durch die Fliesen an die Füße. Und weil die Fußbodenheizung eine Flächenheizung ist, ist die Bodentemperatur überall konstant und gleich. Früher noch als Luxusausstattung angesehen, findet die Fußbodenheizung mittlerweile immer stärkere Verbreitung. Aufgrund dessen zu glauben, diese Art der Heizung wäre relativ jung ist allerdings nicht korrekt. Tatsächlich haben bereits die alten Römer eine ähnliche Art der Beheizung gekannt. Bei dem sogenannten Hypokaustum wurde durch einen Raum unter dem Fußboden von einem Ofen aufgeheizte Luft geleitet. Da Wärme bekanntlich aufsteigt, erhitzte sich der über dem Heizraum liegende Fußboden.

Arten der Fußbodenheizung

Statt eines ganzen Raumes unter dem Boden, kommen in der modernen Fußbodenheizung dünne Rohre zum Einsatz, die in der Regel aus sauerstoffdichtem Polyethylen bestehen und durch die, wie bei einer Zentralheizung, heißes Wasser geleitet wird. Generell gibt es drei Arten auf die die Rohre verlegt werden: modular, mäanderförmig oder bifilar, also ähnlich einer Schnecke angeordnet. Dies ist zudem die optimalste Form der Verlegung, um eine möglichst gleichmäßige Wärmeverteilung zu erreichen, weshalb man ihr nach Möglichkeit den Vorrang vor den anderen Varianten gibt. Die Rohrleitungsschleifen werden als Heizkreise bezeichnet. Da jeder Heizkreis unterschiedliche Strömungswiderstände erzeugt, ist für die gleichmäßige Wärmeverteilung ein hydraulischer Abgleich von Nöten, dieser wird per Ventil durch den sogenannten Heizkreisverteiler geregelt. Jeder Heizkreis wird mit Vor- und Rücklauf am Heizkreisverteiler angeschlossen.

Eine weitere Art der Fußbodenheizung funktioniert nicht mit Warmwasser, sondern elektrisch erzeugter Wärme. Folien mit Heizleitern oder Widerstandskabel produzieren Hitze durch den elektrischen Fluss. Der Vorteil dieser Variante ist ihre sehr geringe Höhe, wodurch die Heizelemente nicht nur im oder auf dem Estrich, sondern auch direkt unter Laminat verlegt werden können. Gegen Elektrounfälle in Feuchträumen sorgen Leitungen mit geerdetem Schirm.

Nachteile

Die Fußbodenheizung ist bereits in der Anschaffung etwas teurer, als die herkömmliche Zentralheizung. Aufgrund ihrer Einbauweise entstehen auch bei Reparaturen entsprechend hohe Kosten. Darüber hinaus braucht die Fußbodenheizung für die Temperaturanpassung im Raum deutlich länger.