Fernwärme

Wenn thermische Energie von einem Erzeuger oder einer Sammelstelle zu einer Zentralheizung beim Verbraucher transportiert wir, bezeichnet man dies als Fernwärme. Diese Wärme wird über in der Erde verlegte Rohre, die wärmegedemmt sind, geleitet. Wenn einzelne Stadtteile oder sogar ganze Städte mit Fernwärme versorgt werden, bezeichnet man dies als Fernheizung.

Erste Ideen für die Fernwärme entstanden Ende des 19. Jahrhunderts.


Funktionsweise:

Wasser wird, aufgrund seine guten Wärmekapazität, als Hauptmedium für Fernwärme genutzt. Dabei kann es nicht nur flüssig, sondern auch in Form von Dampf verwendet werden. Ein kontinuierlicher Kreislauf in den Rohrsystemen transportiert das Wasser. Da das Wasser enthärtet und fast ohne Salz versetzt ist, werden Korrosionen und Verhärtung in den Rohren vermieden. Ein Deionat als Zusatzwasser und dazu noch eine Teilstrom-Entsalzung der durchlaufenden Wassermassen sorgen für die nötige Entsalzung. Vor- und Rücklauf sind die Rohrleitungen von den Wärmequellen zu den Wärmesenken oder umgekehrt. Kunststoffmantelverbundrohre, Stahlmantelrohre und Wickelfalzrohre sind die gebräuchlichsten Rohre für das Rohrleitsystem. Der Wärmeüberträger sorgt hydraulisch für die Trennung von Verbraucher- und Fernwärmekreislauf. Von großen Kraftwerken bis hin zu kleinen Müllverbrennungsanlagen gibt es die Möglichkeit Fernwärme zu erzeugen. Kohle, Erdgas, Biogas, Öl, Holz aber auch Müll werden als Brennstoff für die Erzeugung genutzt.


Trends:

Der Trend geht immer mehr zu Fernwärme. Durch Fernwärme wird der Wirkungsgrad der Kraftwerke erhöht, was für eine höhere Effektivität spricht. Mittlerweile heizen über 240 Unternehmen mit Fernwärme. In den Metropolen Berlin und Hamburg findet man die größten Fernwärmenetze. Die größte Fernwärmedichte mit über 90 Prozent hat Flensburg, die sich an den Küstenstädten in Dänemark orientiert haben. Das deutsche Fernwärmenetz beträgt bereits jetzt knapp 20.000km. In Zeiten eines erhöhten Umweltbewusstseins ist der verringerte Ausstoß an Kohlenstoffdioxid, durch die Kraft-Wärme-Kopplung, ein wichtiges Argument bei der Benutzung von Fernwärme. Wenn man das Potential der Fernwärmenetze voll ausschöpft, kann eine weitere deutliche Senkung an Kohlenstoffdioxidausstoß erreicht werden.

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