Wer auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Heizmöglichkeit ist, die rustikalen Charme sowie Behaglichkeit verströmt und gleichzeitig mittels modernster Technik arbeitet, der sollte sich überlegen, sich einen Kachelofen anzuschaffen.
Der Kachelofen stammt ursprünglich aus dem bayrisch-österreichischen Raum, dort gab es die ersten Vorläufer der Kachelöfen schon im Mittelalter. Entwickelt hat sich der Kachelofen aus dem ursprünglichen Ofen, der in den einfachen Behausungen des frühen Mittelalters oftmals Herd und Ofen in einem war und in der Mitte des Wohnraumes stand. Damals war die Stube – das heutige Wohnzimmer- das Zentrum des Hauses, worin zudem der Ofen stand, der zum Kochen genutzt wurde und gleichzeitig Wärme spendete. Der Nachteil war, dass der ganze Ruß und Rauch ebenfalls ständig im „Wohnzimmer“ des frühen Mittelalters hängen blieb. Daraus entwickelte sich schließlich der Kachelofen: die Küche wurde vom Wohnraum getrennt, der Ofen blieb in der Küche und hatte dafür eine Verbindung in die Wohnstube. So konnte man in der Küche heizen und die Wärme wurde mittels eines anfangs noch sehr einfachen Systems aus Rohren in die Wohnstube weitergeleitet. Später ging man dazu über, das Innere der Öfen mit Kacheln auszulegen, man erkannte nämlich bald, dass Kacheln die Wärme optimal weitergaben und speicherten. Die Kacheln waren damals sehr teuer, sodass nur Adelige und reiche Kaufmannsfamilien sich einen Ofen leisten konnten, der vollständig mit Kacheln ausgelegt war. Der einfache Bürger hatte oftmals nur einen einfachen Ofen, der mit Lehm und Kalk verkleidet war und vereinzelt gekachelte Stellen aufwies – damals konnte man den Reichtum einer Familie an den Öfen erkennen – je weniger Kacheln der Ofen aufwies, desto ärmer war die Familie.
So entstand auch der Beruf des „Ofensetzers“. Während im frühen Mittelalter noch jeder Familienvater bzw. jedes männliche Familienmitglied selbst den Ofen mehr recht als schlecht zusammenbaute, übergab man diese Aufgabe ab dem Hoch- und Spätmittelalter dem Ofensetzer sofern man ihn sich leisten konnte.
Anfangs gab es den Kachelofen nur in Österreich und Bayern, doch die Vorteile, die dieses System des Heizens bot, sprachen sich schnell im Rest Europas herum. Bald gab es Kachelöfen in ganz Deutschland, in der Schweiz, am Balkan, in Russland und Frankreich. So sind bis heute die rustikalen Kachelöfen erhalten, die die französischen Könige in Versailles und die russischen Zaren in ihren Winterschlössern wärmten.
Auch heute noch sind Kachelöfen eine sehr beliebte Variante des Heizens – nicht nur im Alpenraum. Wer auf Nummer sicher gehen will, der legt sich eine modernes System mit Pufferspeicher & Heizung zu, um unter der Woche nicht jeden Tag ein Feuer entfachen zu müssen und für das Wochenende und die Winterferien einen Kachelofen, der eine behagliche, rustikale Wärme im ganzen Haus entfaltet.